Das Bakterium kommt in der Erde vor. Im Einkochglas schaffen wir eine Umgebung ohne Sauerstoff – die Wohlfühlzone für diese Bakterien. Wenn sie nicht durch Hitze oder Säure gestoppt werden, produzieren sie ein starkes Nervengift. Man kann es weder riechen, sehen noch schmecken.

Wie oft kommt das vor?

In Deutschland gibt es laut RKI meist nur 10 bis 20 Fälle pro Jahr, oft durch Fehler bei hausgemachten Konserven. Es ist selten, aber jeder Fall ist lebensgefährlich.

Der Schutzschild 1: Die Säure (pH-Wert 4,6)

Die Bakterien können in saurer Umgebung nicht überleben. Die Grenze liegt bei einem pH-Wert von 4,6.

• Sicher: Obst und Tomaten (oft mit zusätzlichem Spritzer Zitronensäure).

• Gefährlich ohne Hilfe: Fast alle Gemüsesorten wie Bohnen, Erbsen, Karotten oder Kürbis. Hier muss durch Essig oder Zitronensäure nachgeholfen werden.

Der Schutzschild 2: Die exakte Einkochzeit

Die Zeit im Rezept ist deine Garantie für die Hitzedurchdringung.

• Es dauert, bis die 100°C den Kern des Glases erreichen.

• Unterschreitest du die Zeit, überleben die hitzeresistenten Sporen im Inneren.

• Wichtig: Die Uhr startet erst, wenn das Wasser sprudelnd kocht (100°C)!

Fazit: Wenn im Rezept „200ml Essig“ oder „90 Minuten Einkochzeit“ steht, ist das deine Lebensversicherung. Wer hier kürzt, riskiert seine Gesundheit.

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